Mit dem Workshop kann das Thema Soziale Netzwerke und Online-Dienste bearbeitet werden. Im Mittelpunkt stehen Daten über eine Person, Pflichtfelder und Sicherheit. Es eignet sich für (fast) jedes Alter.

Ziel: Kommerzialisierung der Dienste hervorheben, Eigenes Verhalten reflektieren, Bedeutung von Pflichtfelder, Begriff “Profil” verstehen, Datenschutz thematisieren

Zeit: 90 Minuten

Aufbau: Die Stühle bilden ein U, der Referent sitzt am offenen Ende.

Equipment: Ein Online-Profil pro TN ( PDF / ODT), Schreibmaterial, alte Festplatte, eine Papier-Wolke, Beamer, Leinwand, Gerät zum Videoabspielen, Lautsprecher

Ablauf

Der Referent legt die Wolke in die Mitte des Stuhlkreises und hat die Festplatte in der Hand. Die Festplatte soll einen Webdienst symbolisieren, wie z.B. YouTube. Dort können sich die Menschen anmelden, ein Profil über sich anlegen und dann Videos hochladen. Alle Angaben landen auf der Festplatte.

imageBei YouTube reicht natürlich eine Festplatte nicht aus, sondern die haben ein paar mehr davon. Die Festplatten kosten Geld. Frage in die Runde: “Wie kommt YouTube zu Geld, um die Festplatten zu bezahlen?”.

Ist geklärt, dass YouTube bzw. Google Inc. sein Geld mit Werbung verdient, soll ein Anmeldeprozess simuliert werden.

Dazu erhält jeder ein Online-Profil und einen Stift.  Jeder TN soll nun für sich sein Profil ausfüllen. Wichtig ist, dass sie mit niemanden reden dürfen. Sie sollen das Profil so ausfüllen, wie sie es Zuhause vor dem Laptop machen würden. Es gibt niemanden, den Sie fragen können. Die TN erhalten für das ausfüllen 7 Minuten. Wer fertig ist, legt das Blatt umgedreht unter den Stuhl und genießt die Langeweile.

Sind alle mit den Ausfüllen fertig, sollen sie nun die Möglichkeit haben, nachzusehen, wer sich sonst noch angemeldet hat.

Dazu eine kleine Übung:

Die TN sollen das Profil mit beiden Händen festhalten, sodass sie es direkt vor dem Gesicht haben. Anschließend die Hände austrecken, sich um 180 Grad drehen und anschließend nach vorne beugen, sodass der Profil nun sichtbar auf dem Stuhl liegt.

Danach geht es ans surfen durch die Profile, die TN können eine Runde durch die Profile drehen.

Die TN kehren an ihren Platz zurück, das Profil wandert nochmal unter den Stuhl und es wird zunächst besprochen, was denn überhaupt ein Profil ist. Je nach Möglichkeit lohnt auch ein Aufruf der Wikipedia. Nach einiger Diskussion einigen wir uns auf

“Angaben, die eine Person über sich macht, um sich z.B. darzustellen (zu sagen wer ich bin, was ich mache und was mir gefällt.”

Danach werden die TN gefragt, ob sie bei den Profilen etwas besonderes herausbekommen haben. Gibt z.B. viele Fußballfans oder Vegetarier in der Klasse. (Wichtig: die TN sollen dabei keine Namen nennen und niemand verpetzen.)

Die TN sollen das Profil nochmals genau betrachten, um die kleine Falle zu finden, die dort unter gebracht ist. (TN suchen… fragen untereinander…)

Irgendwann kommt dann jemand drauf: Es gibt Pflichtfelder in dem Formular: Name & E-Mail. Alle anderen Angaben sind freiwillig.

Anschließend muss geklärt werden, was ein Pflichtfeld ist. Entweder eine Anmeldemaske im Web zeigen oder ein Screenshot. Anschließend kann z.B. geklärt werden was die Pflichtfelder bei WhatsApp, Google oder Facebook sind.

Nun können vor- und Nachteile von zu vielen Angaben, die öffentlich (oder nur für den Betreiber einsehbar) im Internet stehen diskutiert werden.

Je nach Altersstufe kann der Film Amazing Mind Reader reveals his Gift die Bedeutung von Online-Profilen deutlich gemacht werden. (Anmerkung: Ich drücke da einfach oft Pause und übersetze, damit allen klar ist, worum es geht.)

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https://www.youtube.com/watch?v=F7pYHN9iC9I

Neben Angaben zur Person können auch Ortsangaben zu unerwünschten Effekten führen. der Film Netzspionage –  leicht gemacht zeigt auf, wie Instagram-Nutzer unbewusst a) die Fotos öffentlich posten und b) (unbewusst) einen Standort hinzufügen und sind überrascht, wenn jemand vor ihnen steht und sie mit Namen grüßt.

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https://www.youtube.com/watch?v=Mz3E8S3QP0w

Zum Thema, wer sich hinter einem Profil verbirgt und ob man dem Profil immer trauen sollte bietet sich der Film Masken von Watch Your Web an.

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https://www.youtube.com/watch?v=4UvtwRK-K5I

Das Konzept eignet sich für alle Altersstufen, da es thematisch sehr flexibel ist. bei älteren bietet es sich an, die Bedeutung von Daten für die Firmen und das Thema “Datenauswertung” anzusprechen.

Hinweis: Da die TN das Profil teilweise sehr ausführlich ausfüllen, ist es wichtig, dass es am Ende nicht in die Hände anderer TN gerät. Ich lasse die Profile am Ende immer zerstören/zerreißen oder geben sie dem Lehrer mit der Bitte diese durch den Reißwolf zu lassen.